Wer ich bin

Herzlich willkommen auf asperger(lebensherbst)gedanken.

Ich bin EMMA LEXA (Melanie Alexa Thrandorf), Baujahr 1966, Asperger Autist.
So rein von außen betrachtet bin ich ein wahres Ausbund an frischester „Unbehindertheit“ …alles normal.
Normal groß, Normalgewicht, auf den ersen Blick relativ jugendliches Aussehen (und das, obwohl ich „nie ein Kind von Traurigkeit war“ und mehr als mein halbes Leben lang ziemlichen Raubbau an meiner Gesundheit betrieben habe), und ne Lesebrille hab ich auch erst seit ein paar Jahren. Und dabei werde ich dieses Jahr 50.

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Und trotzdem stand Eines seit meiner frühesten Kindheit fest: Irgendwas lief bei mir völlig anders als bei allen anderen um mich herum. Und das merkte nicht nur ich, sondern auch sämtliche anderen Menschen, die mit mir zu tun hatten.
Mein Vater, der immer ein Mann von klaren Worten war, sprach seine erste „Verdachts- Diagnose“ bereits aus, als ich noch im zarten Kindesalter war.
Eines Tages sagte er schlicht und ergreifend: “Bei dir stimmt was nicht im Kopf!“
Allerdings hatte er damals noch keine Ahnung, wie Recht er damit hatte- zumindest aus neurotypischer („normaler“) Sicht.

Und ich auch nicht. Denn ich bin mit „Baujahr 1966“ zu einer Zeit aufgewachsen, in der die Autismusforschung noch in den Kinderschuhen steckte und meine Eltern wären schon allein aus Scham niemals mit mir zum Psychiater oder Psychologen gegangen, obwohl ich von frühester Kindheit an extrem verhaltensaufällig war. Nachdem zuhause irgendwann keiner mehr mit mir klar kam, wurde ich ins Internat verfrachtet, wo dann auch kurz vor meinem 16. Geburtstag meine „Diagnose- Laufbahn“ begann. Diagnostiziert wurde im Laufe der kommenden Jahre so alles Mögliche- immer getreu des Wissensstandes der praktizierenden Experten- angefangen mit BLPS =Borderline- Persönlchkeitsstörung über bipolare Persönlichkeitsstörung (MD), anarkastische Persönlichkeitsstörung (zwanghaft) bis hin zu ADHS.Mehr dazu in meinem Text: Diagnosen über Diagnosen
Mit 39 Jahren habe ich dann erst des Rätsels Lösung bekommen- das „fehlende Puzzleteil“ sozusagen, nach dem ich das ganze Leben gesucht habe.

Die Diagnose Asperger Autismus hat mir endlich die Möglichkeit gegeben, mich selbst zu verstehen und somit eine andere Art der Bekanntschaft mit mir selbst zu machen.
Der Weg dorthin war eine einzige Odyssee- eine katastrophale Achterbahnfahrt durch ein ziemlich verkorkstes Leben, in dem ich mich nahezu an jedem einzelnen Tag gefragt habe, was mit mir wohl nicht stimmt und meinen Teil dazu beigetragen habe, dass es der Pharma- Industrie gut geht.

Niemals habe ich mich wirklich in einer der Diagnosen völlig wiedergefunden und habe mich von daher fast 40 Jahre lang unvollständig gefühlt. So gesehen ist die Diagnose F84.5 für mich ein Segen. Mit meinem Autismus lebe ich seit der Diagnose eigentlich von Jahr zu Jahr besser, ich hadere halt nur oft mit der späten Diagnose.

Ich war 2 mal verheiratet, habe 2 erwachsene Töchter (28 und 20)- die es jeweils 14 Jahre bei (oder mit)mir ausgehalten- und dann „das Weite“ gesucht haben. Ich lebe mit meinen 2 Katern, 3Katzen und meiner Hündin in der Dom- und Barockstadt Fulda in (Ost) Hessen.

Von Beruf bin ich Altenpflegerin, habe jahrelang Vollzeit auf Station Schicht gearbeitet- Schwerpunkt Schwerst- Pflegebedürftige und Sterbebegleitung.

In 2014 kam dann der gesundheitliche GONG mit Riesen- Bauch- OP und 1 1/2 Jahren Krankenstand. Heute bin ich in der privaten Altenpflege und arbeite nur noch stundenweise.

Ich brauch ne Menge Zeit am Tag für meine Routinen und meine Interessen und hab blöderweise ne ausgeprägte Zwangsstörung „im Gepäck“, die an jedem Tag ziemlich viel Zeit frisst- auch in guten Jahren.

Meine Interessen sind….allem voran Leben und Werk von Hermann Hesse, dann Reise durch die Weltgeschichte, große Denker, die Studien der Physiker Ernst Senkowski (letztes Jahr gestorben), Illobrand von Ludwiger und Dieter Broers.

Außerdem interessiere ich mich für Religionen, gotische und barocke Bauwerke,Klöster, Kathedralen,Kirchen und Dome.

Ich liebe „Lost Places“, steige gern in leerstehende Gebäude ein, fotografiere viel, schreibe, bastele und gestalte.

Ich mag Bach, Orgelmusik, die EELS und Nina Hagen.

 

 

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